Sonntag, 14. November 2010
ROT avdrag
Nachdem wir den ROT avdrag nun zum ersten Mal selbst ausnutzen konnten, folgt hier eine kurze Beschreibung dieses Zuschussprogramms des schwedischen Staates. Avdrag bedeutet Abzug, und abgezogen wird von den Leistungen Reparation, Ombyggnad und Tillbyggnad, zu deutsch Reparatur (war nicht schwer), Umbau und Anbau.
Das ganze ist ein Programm zur Unterbindung von Schwarzarbeit, vornehmlich in der Baubransche. Nachdem es das ROT Programm 2004 und 2005 in anderer Form schon einmal gab, danach aber wieder eingestellt wurde, ist es seit 2008 wieder aktiviert worden.
Was wird nun abgezogen? Der Staat greift dem Konsumenten solcher ROT Leistungen in Form von Steuerermässigung unter die Arme. Konkret heisst das, dass die Arbeitskosten solcher Leistungen zu 50% vom Staat bezahlt werden. Allerdings ist die Unterstützung auf max. 50.000 Kronen pro Jahr und Steuerzahler begrenzt. Weiterhin muss im entsprechenden Zeitraum natürlich mindestens so viele Steuern bezahlt haben um diesen Anspruch geltend machen zu können.
Welche Arbeiten rabattfähig sind ist genau geregelt, beispielsweise sind nur Leistungen für Wohneigentum anrechenbar, was ein wenig unfair gegenüber Wohnungsmietern ist. Ebenso wie ROT Leistungen gibt es auch Geld für sogenannte haushaltsnahe Dienste, z.B. Reinigungsdienste.
Ob der Staat, die Baubransche oder der Verbraucher davon profitiert ist schwer zu sagen. Schwarzarbeit wird sicherlich teilweise eingedämmt und der eine oder andere kleine Betrieb fängt sicherlich den einen oder anderen zusätzlichen Auftrag. Auf der Verbraucherseite kann man sich fragen, ob die jeweiligen Firmen den ROT avdrag nicht schon von vornherein mit aufschlagen. Um das richtig beurteilen zu können fehlt mir allerdings jegliche Kenntnis von schwedischen Handwerkepreisen.
Zur Tastatur gebracht um 20:11
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Andere meinten:
Den eigenen Senf dazu geben: